Grundsätzliches zur Position der Nistkästen

Das beste ist immer, den Nistplatz und den Einflug möglichst genau so zu belassen, wie man ihn vorgefunden hat. Doch das lässt sich nicht immer verwirklichen. Ersetzt man einen vernichteten Nistplatz, sollte dies möglichst an gleicher Stelle, zumindest an der gleichen Hausseite geschehen. Auch der Einflug sollte von außen wieder genauso erscheinen, wie der Mauersegler ihn kennt, Spatzen sind etwas findiger. Es wird auf jeden Fall empfohlen, die verlorenen Nistplätze großzügig zu ersetzen, d.h. für jeden vernichteten Platz mindestens zwei neue zu installieren, denn all diese Vogelarten sind Kolonienbrüter und ihre Jungen suchen auch wieder einen Brutplatz!

Anzahl: an Einfamilienhäusern mindestens vier Nistkästen. Ansonsten möglichst viele! An Mehrfamilienblocks rechnen wir 6 Nistkästen je Eingang. Denn: es gibt keinen Nachteil, wenn man etwas für Gebäudebrüter tut! Einen Nachteil  muss man nicht befürchten.

Alle hier besprochenen Gebäudebrüter sind Kolonienbrüter – je mehr Nistkästen sie vorfinden, desto stabiler ist die Kolonie, oder andersherum: je mehr neue Nistkästen angeboten werden, desto eher werden sie auch angenommen. Das verleitet viele Mauerseglerfans dazu, die Nistkästen dicht an dicht zu hängen, 6 quer und drei Reihen untereinander ergibt 18 Nistplätze. Theoretisch! Man kann aber sehr häufig beobachten, dass das nicht gut funktioniert, es werden nicht alle angenommen, sondern nur ganz wenige und die anderen Kästen sind verschenkt. Sollte sich z.B. zunächst mal ein Star für einen der Kästen entschließen, sind die anderen alle für diese Saison verloren, denn der Star hält ein Revier rund um seinen Kasten. Auch für Mauersegler scheint das nicht so attraktiv wie erhofft, die meisten Kästen bleiben leer. Besser ist es, die Kästen ein wenig zu verteilen entlang der Mauerkrone. Ein gewisser Abstand ist auch zum Wiederfinden des eigenen Eingans wohl besser zu merken. Trotzdem weiß ich auch, dass es ganze Mauerseglergiebel gibt, wo ein Nistkasten am anderen hängt und fast alle voll sind. Ich stelle mir als Erklärung vor: wenn die Kolonie erstmal gebildet ist, wollen sie alle zusammen sein, dann wird jeder Nisplatz genommen, alle Regeln für die ideale Platzierung der Nistkästen sind nicht mehr gültig, große Kolonien erweitert man leicht! Aber zur Neuansiedlung oder Erhaltung einer kleinen Kolonie werden nur optimale Plätze genommen und die sind offensichtlich nicht im dichten Block, sondern oben an der Dachkante am besten unter einem leichten Überstand.

Für Mauersegler muss der An- und Abflug frei sein, also keine Gebäudevorsprünge oder Bäume davor, da Mauersegler sich gern zunächst etwas fallen lassen, bevor sie aktiv zu fliegen beginnen. Für Mauersegler müssen die Kästen so hoch wie möglich hängen, an einem Einfamilienhaus zwischen Hochhäusern werden die Mauersegler gar nicht suchen, dann erscheinen die Hochhäuser immer attraktiver, steht das Einfamilienhaus aber in einer Siedlung mit anderen ein- und zweistöckigen Häusern, besiedeln sie auch Einfamilienhäuser, sie suchen auch hier an den hohen Punkten der Häuser (gern z.B. Giebelspitzen). Leider steht in Anleitungen häufig: Mindesthöhe 6 m und dann werden die Nistkästen mitten auf die Fassade in 6 m Höhe montiert. Das führt meistens nicht zu einer Besiedlung durch Mauersegler (Spatzen aber schon!). Richtiger ist: Immer so hoch wie möglich und immer an Hauskanten! Einfluglöcher irgendwo auf der Fassade, auch wenn sie in 6 m Höhe sich befinden,  werden von Mauerseglern nicht gefunden (siehe dazu im Kapitel “fertige Nistkästen”, ganz unten). Das Einflugloch muss immer so hoch wie möglich am Haus und unter einem kleinen Überstand sein (wenige Zentimeter reichen). Die Himmelsrichtung spielt eher keine Rolle.

Für Haussperlinge kann gern ein Baum vor den Nistplätzen stehen. Sie nisten gern in Höhe 1. und 2. Stockwerk aber auch höher. Sie finden Einfluglöcher in jeder Höhe der Häuser. Die Himmelsrichtung spielt keine Rolle.

Dohlen können auf einem Gebäudevorsprung landen und dann zu ihrem Kasten hüpfen. Dohlen können nur dort erfolgreich  brüten, wo in der Umgebung Grünanlagen mit kurzgehaltenen Wiesenflächen sind, in der Nähe zum Nistplatz muss mindestens ein hoher Baum stehen, in den sich die Jungdohlen nach dem Ausflug flüchten können.

Beim Ersatz von Nistplätzen – und das gilt natürlich auch für neu geschaffene Nistmöglichkeiten – giOLYMPUS DIGITAL CAMERAbt es entweder die Möglichkeit, einen Nistkasten anzuhängen (Bild 1) oder in der Konstruktion des Daches Nistmöglichkeiten zu schaffen (Bild 2, von innen geschaut). Dazu Genaueres in den weiteren Kapiteln

 

 

 

 

Bethl-KircheMauers-Kasteninnen

 

 

Bei der richtigen Wahl des Nistkastens oder der richtigen Ausgestaltung des Nistplatzes in der Dachkonstruktion ist keine Beschmutzung der Hausfassade zu befürchten.

Die Nistplätze müssen nicht gereinigt werden.

 

Zur Frage der Besiedlung neuer Nistkästen: siehe im Kapitel ” selbstgebaute Nistkästen”!

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