Nistplätze für Mauersegler und Spatzen – selbstgebaute Nistkästen

Wir nehmen für Mauersegler und Spatzen die gleichen Maße: Grundfläche 30 cm x 15 cm, Höhe 12 cm.

Bild 1 zeigt einen selbstgebauten Mehrfach- Nistkasten, der  von Mauerseglern angenommen wurde.Innen ist eine Unterteilung, die Einfluglöcher sind immer seitlich am Brutraum, nicht mittig. Der Platz direkt unter der Regenrinne ist sehr gut, entspricht dem natürlichen Suchschema der Mauersegler. Der Hausbesitzer hat die Einfluglöcher leicht umspachtelt, damit sie griffiger werden, und hat eine Lock-Anlage aufgehängt, die die Kolonierufe der Mauersegler abspielt, um ihnen vorzutäuschen, dass hier schon welche mit Erfolg nisten. Die Mühe hat sich gelohnt, diese Nistkästen wurden sofort besetzt!

selbstgebaut Einfamilienhaus

Das Einflugloch muss seitlich am Nistraum angebracht sein mit den Maßen 3 cm x 7cm. Gut ist es, wenn das Anflugloch im Bodenbrett ist oder aber an der Kante Bodenbrett/Frontbrett – das nehmen Mauersegler besonders gern an. Es sollte nicht mehr als 2 cm über dem Kasten-Boden sein, Mauersegler haben nämlich sehr kurze Füße, für Spoatzen ist dies nicht von Bedeutung! Es kann auch rund sein (5 cm). In den Kasten kann man für Mauersegler eine kleine Mulde einfräsen (in der hintersten Ecke, weit entfernt vom Einflugloch!) und ein wenig Nistmaterial hineintun; ein paar trockene Grashalme, Federchen. Genauso kann man Spatzen mit Wohnraum versorgen, für Spatzen braucht man kein Nistmaterial einzulegen, sie tragen reichlich selbst ein und wechseln auch selbst aus.

Der Kasten muss für Mauersegler immer möglichst hoch am Haus angehängt sein. Direkt unter der Regenrinne ist am besten!  Spatzen hingegen finden Höhlen in jeder Höhe, sie nisten gern in Höhe vom 1. Stockwerk und auch höher. Oft werden die Nistkästen nacheinander von beiden Vogelarten genutzt.

Bild 2  zeigt einen selbstgebauten Nistkasten mit 4 Nistplätzen und dem Einflugloch am Übergang Bodenbrett/Frontbrett, wie sie sehr gern angenommen werden:

Mauerseglerkästen selbstgebaut

Wichtiger Tipp: Bild  3  zeigt den Ausflug eines jungen Mauerseglers aus einem selbstgebauten Mauerseglerkasten hinter einem Giebel, der jahrelang nicht angenommen wurde, erst, als das kleine Holzbrett dicht über dem Einflugloch montiert wurde, zogen die Mauersegler sofort ein! (Das Photo gelang Rose-Marie Schulz!). Wichtig ist also für Junger Segler fliegt aus 22.7.2012mittagsMauersegler immer der kleine Überstand über dem Einflugloch, das kann ein solches Brett sein, oder meistens die Regenrinne oder eben, wie in dem von uns gebauten Nistkasten, der Kasten selbst.

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Bild 4 und 5  zeigt einen selbstgebauten Dreifach-Kasten zwischen zwei Dachsparren, hier unter der Traufe suchen Mauersegler und Spatzen bevorzugt.

Ganz einfach lassen sselbstgebaute Nistkästen    ??????????????????????????ich diese Nistmöglichkeiten zwischen den Dachsparren schaffen:  mit zwei Brettern und Unterteilungen innen  sind die Brutplätze fertig(30 x 15 x 12 cm).  Das Einflugloch ist in diesem Falle rund (Durchmesser 5 cm für Spatzen oder Mauersegler),  die Einflüge könnten aber auch in oben beschriebener Weise von unten, oder ganz vorn an der Kante in die Nisträume führen. In jedem Fall muss das Einflugloch immer seitlich am Nistraum sein, also nicht in mittig, damit innen ein möglichst dunkles Eckchen entsteht:

Spatzennistkästen selbstgebaut fertig

oder auch so: diese Kästen waren im 2. Sommer besetzt. Verlockend für Mauersegler ist es immer, wenn die Einfluglöcher dicht unter der Regenrinne sind – da suchen sie!

selbstgebauter Mauerseglernistkasten zwischen Dachsparren

selbstgebauter Mauerseglernistkasten zwischen Dachsparren

Bild 6 und 7  zeigt ein Mauersegler-Mehrfamilienheim im Dachgiebel. (Photo H. Schrader)

Giebelkasten 1Giebelkasten 2

auch im folgenden Bild wurde der Giebel für mehrere Nistplätze genutzt. In Giebelspitzen suchen Mauersgeler gern. Vielleicht werden nicht alle Wohnungen genutzt…. dieser Giebelkasten ist für Mauersegler attraktiv, weil sie eben gern unter etwas vorstehenden Kanten suchen (Attiken z.B.), die Innenmaße sind mindestens 30 cm Breite und mindestens 15 cm Tiefe, Einflugloch 3 cm x 6 cm. Wenn man es noch besser machen möchte, sollte man die Einflugöffnungen der Außennistplätze rechts und links an den Außenkanten, also direkt am Ortgang anlegen.

selbstgebauter Nistkasten Giebel

Die Nistkästen müssen nicht gereinigt werden!

Oft werde ich gefragt, ob die Nistkästen angenommen wurden: Jedes Jahr im Sommer entdecken wir wieder neue Nistkästen, die nun angenommen wurden!

Mit der Besiedlung dauert es unterschiedlich lang: manchmal werden Kästen recht schnell gefunden: wenn z.B. am gleichen Haus schon Mauersegler sind. Sie wollen bei der Kolonie sein, die schon existiert! Auch wenn man einen alten Nistplatz ersetzt hat und die Einflugsituation möglichst genauso wiederhergestellt hat, wie es war, also Einflug  von vorn oder von unten an gleicher Stelle, wird der neue Nistplatz in der nächsten Brutsaison wieder eingenommen. Fliegen in der Nähe Mauersegler, kann man sie durch die allseits bekannte Anlock-CD auf diese neue “(Schein)kolonie” aufmerksam machen. Das klappt recht gut. Die CD täuscht eine Kolonie vor und sollte vor allem  im Juni/Juli,  in den Mittagsstunden und abends abgespielt werden, wenn die Mauersegler um die Häuser sausen. Positiv für die Annahme der Kästen durch Mauersegler ist auch die Annahme zunächst durch Rotschwänzchen oder Haussperlinge: sie zeigen den Mauerseglern durch ihr häufigeres Ein- und Ausfliegen, das sich hier ein Hohlraum verbirgt, häufig folgt der Mauersegler im nächsten Jahr dann nach, er kann dabei auch recht besitzergreifend sein!

Oft muss man aber einige Jahre Geduld haben, bis sich die Mauersegler einstellen, doch wenn die Kästen in guter Höhe hängen und bevorzugt an Hausecken oder Regenrinnen/Fallrohren (dort suchen sie zuerst!), wird es irgendwann mit der Besiedlung klappen – vorausgesetzt, es sind noch Mauersegler in der Umgebung. Falls es in der Straße noch Mauersegler gibt, sollte man versuchen, an der Seite des Hauses die neuen Nistplätze anzubieten, an der sie fliegen: fliegen sie z.B. über der Straße dicht an vorhandenen Nestern vorbei, suchen sie auch dort nach neuen Nistgelegenheiten und eher nicht auf der Rückseite, der Hof/Gartenseite. Und umgekehrt: sausen sie abends durch den Innenhof, werden sie auch dort neue Kästen schneller entdecken. Wenn möglich, neue Nistkästen an Hausecken aufhängen. Aber natürlich darf kein Baum unmittelbar davor stehen, hinter Bäumen suchen sie eher nicht. Manchmal ist wirklich etwas Geduld gefragt, wenn man neue Nistkästen anbringt, es kann Jahre dauern – es kann aber auch schnell gehen….

Vielfach werden die Mauerseglerkästen auch zunächst von Meisen oder Rotschwänzchen benutzt. Dies ist aber nur für eine Saison. Die Meise baut nächstes Mal woanders. Als “Zeiger” sind sie sogar willkommen, ihr häufiges Ein-undAusfliegen zeigt den Mauersgelern, dass dort ein Hohlraum ist – häufig folgen die Mauersegler dann in der nächsten Saison!

Sperlinge brauchen ein Umfeld, in dem sie auch Futter finden: Gärten, in denen es auch einheimische Pflanzen gibt, Ruderalflora mit vielen Samen. Und Spatzen sind gern bei den Menschen, nicht hinten in einer “geschützten Ecke”, sondern vorn am Haus, wo “was los ist”. Da Spatzen nur einen kleinen Radius um ihre Kolonien haben, suchen sie nicht nach neuen Unterkünften, solange ihre Kolonie intakt ist, sie bleiben am angestammten Haus. Nur im Winter streifen sie ein bisschen herum, dann kommen sie auch zu Futterstellen und dann entdecken sie auch neue Nistkästen. Sehr verlockend für Spatzen ist Körnerfutter (Weizenkörner), wie sie es früher bei häuslicher Hühnerhaltung vorfanden. Auch mit Haferflocken (kernig oder zart) lockt man sie gut an. Wenn man es auf eine Fensterbank z.B. streut, vielleicht noch ganz leicht versteckt, bleiben diese Haferflocken den Rotkehlchen und Spatzen vorbehalten und man läuft nicht Gefaht, sich daduch STadttauben oder gar Ratten heranzuziehen. Aber bitte zu diesem Zweck keine Sonneblumenkerne verwenden – sie locken nun wirklich Ratten und Tauben an.

Spatzen und Mauersegler wohnen zusammen unter dem gleichen Dach. Kommt es in Nistkasten-Kolonien zu Kämpfen zwischen Mauerseglern und Haussperlingen, hat letzterer meistens das Nachsehen. In solchen Fällen sollte man die Nistkästen oben am Haus den Mauerseglern überlassen und weiter unten, etwa in Höhe erstes oder zweites Stockwerk speziell für die Sperlinge Kästen aufhängen. Dort unten wird der Mauersegler ihnen den Nistkasten nicht streitig machen.

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