Nistplätze für Mauersegler und Spatzen in der Dachkonstrution

Es müssen nicht immer Nistkästen sein, vielfach bietet die Dachkonstruktion billige Möglichkeiten, Nistplätze zu schaffen: es geht darum, bestehende Hohlräume zu erschließen, die mindestens 30 x 15 cm Grundfläche haben und mindestens 10 cm hoch sind. Es spielt keine Rolle, wenn sie schräg liegen. Diese Hohlräume müssen durch ein Einflugloch zugängig gemacht werden: 3 x 7 cm. Diese Nistplätze müssen nicht gereinigt werden.

Häufige Umsetzungen:

Spatzen ist schon damit geholfen, dass man die Plastikkämme weglässt – und schon können die Vögel wieder unter den Hohlpfannen nisten. Mauerseglernistplätze sind so leicht nicht zu ersetzen, da Dächer heutzutage mit einer Energiesparfolie unterspannt werden, die bis in die Dachrinne hinein liegt, so können Mauersegler nicht mehr hinter der Dachrinne hindurch unter die Hohlpfannen fliegen, dieser Weg ist ihnen mit der Folie buchstäblich versperrt. Aber es gibt viele andere Lösungen:

An vielen Dächern befinden sich hölzerne Traufkästen, die man ideal nutzen kann, um mit wenig Geld viele Nistplätze zu schaffen. Man braucht nur ein Einflugloch einzusägen (Bild 1).

Einflug in Traufkasten

Bild 2: mehrere Nistkästen nebeneinander müssen innen abgetrennt sein, sind sie aber mehr als einen Meter voneinander entfernt, braucht kein Trennbrett dazwischen zu sein.

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Der gesamte Dachkasten wurde hier für Nistplätze genutzt, die Einfluglöcher sind abwechselnd am Frontbrett und am Unterbrett – das erleichtert bei so vielen Einflugmöglichkeiten die Orientierung

Die folgenden beiden Bilder sind am gleichen Haustyp. Auf Bild 3 ist das Einflugloch vorn, knapp unter der Dachrinne ideal für Mauersegler,  hier ziehen  auch Stare gern ein.

Nistpl. im Traufkasten

Auf Bild 4 ist das Einflugloch im Unterbrett, dies wird von Mauerseglern gut angenommen, Stare jedoch können diese Einflugmöglichkeit nicht so leicht nutzen.

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Auch an Altbauten und denkmalgeschützten Häusern lassen sich häufig Gesimskästen gut auf diese Weise nutzen und es gibt keine Konflikte mit dem Denkmalschutz!

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Auf dem folgenden Bild ist eine Traufkastenform gezeigt, wie sie sehr häufig an Häusern vorzufinden ist: mit dem Einsägen von Einfluglöchern sind im Nu viele Nistplätze geschaffen: hier wurden sie sofort von Mauerseglern angenommen. Besonders attraktiv ist nämlich ein Einflugloch ganz unmittelbar unter der Regenrinne.

Traufkasten für Gebäudebrüter

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Ganz einfach lassen sich auch Nistmöglichkeiten zwischen den Dachsparren schaffen: auf dem folgenden Bild ist zu sehen, wie mit zwei Brettern und Unterteilungen innen  Brutplätze für Haussperlinge geschaffen wurden. Auf die gleiche Weise könnte man auch Mauersegler ansiedeln. Das Einflugloch ist in diesem Falle rund (Durchmesser 5cm für Spatzen), an einem höheren Haus sollten die Einflüge eher in oben beschriebener Weise von unten, ganz vorn an der Kante in die Nisträume führen. In jedem Fall muss das Einflugloch immer seitlich am Nistraum sein, also nicht mittig, damit innen ein möglichst dunkles Eckchen entsteht:

selbstgebaute Nistkästen    ?????????????????????????? Spatzennistkästen selbstgebaut fertig

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Eine weitere Möglichkeit, an der Dachkonstruktion zahlreiche Nistplätze zu schaffen: Neue Ortgänge lassen sich auch sehr gut für Mauersegler-Nistplätze nutzen: Sie nisten dann auf den Conterlatten. Die Folie wird nicht ruiniert! Mauersegler und Spatzen kratzen nichts kaputt, sie  legen nur ihr Nistmaterial auf die Unterlage.

Einflugl.Ortgang gez

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in der wärmegedämmten Fassade Fledermaussplatenquartiere und in den Ortgangblenden Einflüge für Mauersegler

Das folgende Bild zeigt ein Haus in der Mardalstraße in Hannover, wo der Eigentümer  zugleich mit dem Ersatz einiger Nistplätze viele neue Nistplätze geschaffen hat: unmittelbar unter den Giebelsteinen  sind in der Schiefer-Verblendung zahlreiche Einfluglöcher, die jeweils auf einen Hohlraum über einer Conterlatte führen. Jedes Vogelpaar hat so einen abgeschlossenen Nistraum.

Mardalstr.12 Detail v.insges.38 neuen Mauerseglerstätten

Das folgende Beispiel ist im Prinzip ganz ähnlich: die Einfluglöcher im Ortbrett dicht unter der Dachpfanne. Diese Lösung setzte die Stadt Hannover in der Burgstraße an einem denkmalgeschützten Haus um. Inzwischen sägen wir nur in jedes zweite Fach ein Einflugloch, da so viele Löcher dicht beeinander auch Verwirrung stiften können: es wurde beobachtet, dass ein junges Päärchen, das sich gefunden hatte, anschließend  nächtelang in benachbarten Schlitzen schlief: gar nicht so einfach, sich zu merken, wo es nun genau war!

Burgstr. - Kopie (2)

Eine weitere gute Lösung erfand die Firma meravis für ihre Häuser:  die Einfluglöcher sind in der Unterschalung des Ortganges. Inzwischen sind viele dieser Nistplätze von Mauerseglern genutzt.

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unter der Windfederist ein zweites Brett montiert mit Sbstand von 12 cm. Kammern von 30 cm Länge und ein Einflugloch ganz oben an der Kammer bieten gute Nistplätze

hinter der Windfeder ist ein zweites Brett unter dem Dachüberstand montiert mit Abstand von 12 cm. Kammern von 30 cm Länge und ein Einflugloch ganz oben an der Kammer bieten gute Nistplätze

Alle solche Plätze werden besonders gern von Mauerseglern angenommen, da sie in ihr altes Suchschema passen!

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Für Haussperlinge, die meistens in der unteren Reihe unter den Dachpfannen nisten, fand die Firma meravis eine gute Lösung: sie versetzt an allen ihren Häusern den “Vogelkamm” eine Reihe nach hinten, so dass die untere Reihe der Dachpfannen offen bleibt für Spatzennester.

vor dem Kamm ist noch Platz für eine Reihe Spatzennester

vor dem Kamm ist noch Platz für eine Reihe Spatzennester

Für Mauersegler sind diese guten Nistplätze aber trotzdem verschlossen, da sie ihre Nester immer aufsuchen, indem sie unter der Regenrinne hinten durch unter die Pfannen fliegen und dieser Weg nach Sanierung durch die Folien verschlossen ist. Für Mauersegler schafft meravis darum gezielt neue Nistmöglichkeiten am Ortgang der Häuser (s.o.).

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Auch Häuser ohne Spitzdächer bieten Lösungsmöglichkeiten. In einem Neubau wurden zahlreiche Nistkästen in der Dachkante installiert (Foto M. Lehnert)

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Da in der Vergangenheit sehr häufig auch Mauersegler (und Fledermäuse!) unter Attiken Brutplätze fanden, sollten auch in neuen Attiken Hohlräume für die Gebäudebrüter erschlossen werden. In einer Attika lassen sich preiswert viele Nistplätze vorsehen, die von unten angeflogen werden können:

Attika-Nistplatz

Attika Cottbus - Ausschnitt

(Zeichnung : Ingenieurbüro Schicht, Cottbus, mit freundlicher Genehmigung)

Nach diesem Prinzip lassen sich viele Nistplätze einfach schaffen, indem man Hohlräume in der Dachkonstruktion durch Einflugschlitze (3 cm mal 7 cm) zugänglich macht. Es bleibt der Phantasie des Hauseigentümers und des Architekten überlassen, diese Möglichkeiten aufzuspüren und den Gebäudebrütern anzubieten. Die Nistplätze müssen nicht gereinigt werden.

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